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Alauna, die römische Siedlung Valognes war zuerst eine alte gallische Siedlung der Unellen und wurde im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung eine römische Siedlung auf der Zinnstraße, die zu den britischen Inseln führte. Diese Stadt namens Alauna erstreckte sich über die heutige Gemeinde d'Alleaume und darüber hinaus auf die Gemeinden Huberville, Tamerville und Montaigu-la-Brisette. Sie besaß wichtige öffentliche Gebäude; noch heute sind beachtliche Überreste der Thermen und eines Theaters von über 3000 Sitzplätzen erhalten. Herzöge und Könige Nach den skandinavischen Invasionen im 9. und 10. Jahrhundert wurde Valognes dem Besitztum des Herzogtums der Normandie einverleibt. Die Stadt konzentrierte sich um das herzogliche Schloss und die Gemeindekirche am Ufer des Flusses Merderet. Der junge Herzog Wilhelm - der spätere Eroberer Englands - entkam 1047 nur knapp einem Komplott seiner revoltierten Barone, als er sich in seiner Residenz von Valognes befand. Gegen 1060 wurde auf dem weitläufigen Gebiet, das Wilhelm der Eroberer dem Bischof von Coutance schenkte, ein Bischofspalast erbaut. Auch im 12. Jahrhundert war Valognes ein wichtiger Ort der Macht und vielfacher Halteplatz der Herzöge auf dem Weg von der Normandie nach England über den Hafen von Barfleur. Nach dem Anschluss der Normandie durch Philippe Auguste im Jahre 1204 wurde die Stadt in das Gebiet der kapetingischen Könige integriert. Kriegszeiten… Im hundertjährigen Krieg gingen Valognes und Le Clos du Cotentin infolge der Abkommen von Mantes (1354) in das Eigentum von Charles le Mauvais, König von Navarra über. Dieser befestigte das frühere herzogliche Schloss und brachte seine Garnisonen darin unter. Die Festung wurde von 1364 von Bertran du Guesclin belagert, jedoch nach und nach von Navarra zurückerobert, blieb jedoch Gegenstand zahlloser Konflikte, während die ländlichen Gebiete von der Pest und Hungersnöten heimgesucht wurden. Die zweite Phase des hundertjährigen Kriegs, in der vor allem die Besatzungen zwischen 1418 und 1450 durch die englischen Armeen in Erinnerung bleiben, verlief ruhiger. Nur die drei aufeinander folgenden Belagerungen von 1449 und 1450 brachten erneut zahlreiche Tote und Verwüstungen mit sich. ...und Prosperität Die Stadt wurde Jeanne de France, Tochter von König Ludwig dem XI. als Apanage übertragen und erfuhr ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts einen bemerkenswerten Aufschwung. Das Schloss und die Gemeindekirche wurden teilweise rekonstruiert und ein Hôtel Dieu (Zentralkrankenhaus) und ein Kloster für Cordelier-Mönche wurden erbaut. Das Leder- und Leinenhandwerk entwickelte sich und die ersten Privatvillen waren zu sehen. Dieser Aufschwung dauerte noch das ganze folgende Jahrhundert an, ohne dass die Gewaltsamkeit der Religionskriege oder die Konflikte der Liga den Rang der kleinen Wirtschafts- und Verwaltungshauptstadt, den Valognes mittlerweile errungen hatte, beeinträchtigten. Die prunkvollen Tage der Aristokraten Auf Grund der hohen königlichen Steuern und Abgaben verlor das Handwerk von Valognes in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts seine Vorrangstellung. Jedoch erschien diese Rezession der Wirtschaft auf Grund des nie vorher da gewesenen Phänomens der Privatvillen, die von einer immer zahlreicheren Stadtaristokratie erbaut wurden, nur unklar. Diese neuen Villen bildeten den Schmuck einer "high Society", die ihre Zeit mit Empfängen, Spielen, Tanz, leidenschaftlichen Diskussionen, lokalen Intrigen und finanziellen Spekulationen verbrachte, und traten an Stelle der vorher präsenten Bauten des Mittelalters und der Renaissance. Im 17. Jahrhundert wurden im Rahmen der Konterrevolution auch neue religiöse Gemeinschaften gegründet. Vor der Zerstörung der alten Festung 1689 wurden in der Stadt eine Abtei für Benediktinerinnen, ein Kapuzinerkloster, ein Priesterseminar und ein neues Krankenhaus erbaut. Modernität Mit der französischen Revolution wurden die Kirchengüter konfisziert und das prunkvolle Leben des Adels fand ein Ende. Trotz des progressiven Transfers der Verwaltung nach Cherburg erbaute Valognes ab 1810 ein Bürgermeisteramt und 1830 einen herrlichen neoklassizistischen Justizpalast. Die Einführung der Bahn im Jahre 1858 erlaubte die Entwicklung der industriellen und kommerziellen Aktivitäten, insbesondere der Molkereiproduktion und der Steingewinnung. Im kulturellen Bereich standen wichtige Persönlichkeiten im Rampenlicht, wie zum Beispiel der Schriftsteller Jules Barbey d'Aurevilly, der Maler Félix Buhot, der Historiker Léopold Delisle, der Theoretiker und Politiker Alexis de Tocqueville… Wiederaufbau Das markierende Ereignis des 20. Jahrhunderts bleibt das Trauma der amerikanischen Bombenangriffe im Juni 1944, die einen großen Teil der Stadt zerstörten. Klug geführte Wiederaufbauarbeiten geben den zerstörten Stadtteilen und Überresten der Vergangenheit jedoch mit Kontrasten und Harmonie einen angenehmen Charme. Heute Valognes erhielt 1992 das Label "Ville d'Art et d'Histoire", ist mit Bricquebec und Saint-Sauveur-le-Vicomte Mitglied des "Pays d'Art et d'Histoire du Clos du Contentin" und bemüht sich, sein Erbe zu verschönern und die Reichtümer seiner seit 2000 Jahren übermittelten Architektur und Kunst für zukünftige Generationen zu erhalten. |